Qualitätsgrundsätze der Deutschen Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Suchttherapie e.V.

 q-grundsaetze gesamtfassung

Die Qualitätsgrundsätze (vom 15. Januar 2001) beschreiben die wesentlichen Elemente eines umfassenden suchtspezifischen QM-Systems.
Die Kernaussagen lauten:

Präambel

Die folgenden Qualitätsgrundsätze bilden Basis und Leitidee für die Gestaltung wirksamer Suchttherapie unter Beachtung der Prinzipien Qualität, Humanität und Wirtschaftlichkeit. Die Mitglieder der deQus e.V. verpflichten sich, diese Qualitätsgrundsätze in ihren Einrichtungen umzusetzen. Sie übernehmen damit die Verantwortung für die Sicherung und kontinuierliche Weiterentwicklung der hohen Qualität der Suchtkrankenhilfe in Deutschland.

1. Qualität professioneller Suchthilfe

Es ist das grundlegende Ziel der deQus, die gute Qualität der medizinischen, psychotherapeutischen und sozial-integrativen Versorgung im Verbund der Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe zu sichern und weiterzuentwickeln. Das QM-System der deQus schafft Transparenz und dient dem Zweck, das Vertrauen der Betroffenen sowie das der Leistungsträger und Partner in die Suchtkrankenversorgung zu stärken.

2. Verantwortung für Qualität in der Suchttherapie

Gute Qualität muss gestaltet, gefördert und entwickelt werden. Das Ziel der Einrichtungen der Suchtkrankenversorgung, qualitativ gute Behandlungsergebnisse zu erbringen (Ergebnisqualität), erfordert ein qualitätsorientiertes Management von Einrichtungsträger und Leitungsteam. Eine konsequente Prozessorientierung ist notwendig, da die Qualität der Suchtkrankenversorgung abhängt von der Qualität der in den Einrichtungen ablaufenden Behandlungsprozesse (Prozessqualität). Deren Qualität beruht letztlich auf der Qualität der gesamten Einrichtung, ihrer Haltung und ihres Menschenbildes, des Aufbaus ihrer Organisation sowie der Qualifikation und dem Engagement ihrer Führung und ihrer Mitarbeiter (Strukturqualität). Das suchtspezifische QM-System der deQus berücksichtigt auf der Grundlage der Prinzipien des Total Quality Managements (TQM) diese vielschichtigen Zusammenhänge:

  • Verantwortung für Patienten
  • Verantwortung gegenüber Partnern
  • Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt
  • Verantwortung für Therapie-Qualität
  • Verantwortung für kontinuierliche Weiterentwicklung

Die Mitglieder der deQus übernehmen Verantwortung für:

  • die Sicherung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards,
  • die Formulierung von Leitlinien,
  • die Entwicklung, Interpretation und Umsetzung internationaler Klassifikationen,
  • die Entwicklung von Messinstrumenten und Bewertungsgrundsätzen für die Ergebnisqualität,
  • die weitere Entwicklung, Flexibilisierung und Verbesserung von Behandlungsangeboten für Suchtkranke,
  • die Integration medizinischer und beruflicher Rehabilitation,
  • die Überwindung der Schnittstellenprobleme zwischen akut-medizinischer Behandlung und medizinischer Rehabilitation.

Diese Grundsätze sind anhand der Erfahrungen in der Praxis der Suchttherapie in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Leistungsträgern und Fachverbänden anzupassen und weiterzuentwickeln.